Musikalische Unternehmensberatung?

Die Boston Consulting Group ist kein Klavierbauer, wie man nach diesem Bild hier denken könnte, sondern eine internationale Unternehmungsberatung. Mit Musik soll hier vielmehr die Werbetrommel für neues Fachpersonal gerührt werden. Der Flügel wurde ausgewählt, um auch wirklich intellektuelles Publikum anzusprechen. Dazu noch einen Denkerkopf, ein ausgestopftes Tier und Philosophie im Reclamheftchen-Format.

Da hat sich schon eine absichtlich diverse Gruppe um den Flügel eingefunden, acht Leute, jeweils vier und vier ausgegendert, alle Altersgruppen, Haarfarben und unterschiedliche Hautfarben vorhanden. Und alle wollen „auf globaler Ebene etwas bewegen“, ist das nicht herrlich?

Naja, wenn man genau hinschaut bemerkt man, dass der weiße alte Mann mit Halbglatze deutlich das Ganze an den Tasten anführt. Ihm gegenüber an der Position, an der bei Chansonaufführungen die Sängerin auf den Flügel sitzen würde, liegt der andere weiße Mann mit Brille auf dem Kasten und betrachtet analytisch das Geschehen. Die Frauen dagegen dürfen alle nur zugucken und lächeln. Der Mann mit den schwarzen Locken dreht sich sogar halb aus dem Geschehen weg und nimmt mit keinem Augenkontakt auf. Nur der Mann mit dem verrückt bunten Hemd, dessen Kopf beinahe auf dem Flügeldeckel klebt, gibt eine Gesangsdarbietung. Die ist aber aufgrund seiner etwas eigenartigen Mundstellung eher ironisch zu verstehen. Soll das etwas mit seiner Herkunft zu tun haben? Das verspricht ja ein ganz attraktives Unternehmen mit wenig Hierarchie zu sein! Erwarte das Unerwartete!

Ich könnte noch darauf hinweisen, dass der Flügel sicher nicht ohne Grund weiß ist. Oder dass früher die Klaviertasten aus Elfenbein hergestellt wurden. Ist das etwa Zufall? 

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